Ein Kempener
auf der großen
Leinwand

31.08.2026

Von St. Hubert auf die große Leinwand

Simon Rupp (27) spielt in Kinokomödie „Das gewisse Etwas“ mit

Von St. Hubert auf die Kinoleinwand – an die Seite von Mala Emde und Max von der Groeben: Simon Rupp spielt in „Das gewisse Etwas“ den Joshua. Er gehört zu einer Gruppe junger Menschen mit Beeinträchtigungen, die den Sommer in einem Ferienlager im Voralpenland verbringen. Zwei Ganoven auf der Flucht mischen sich unter die Urlauber und sorgen ordentlich für Unruhe. Die Filmkomödie kommt am 3. September bundesweit in die Kinos und ist eine Premiere für den 27-jährigen Simon Rupp – nach bereits sechs Auftritten in TV- und Netflix-Produktionen ist er jetzt erstmals auf der großen Leinwand zu sehen.

„Alles“, antwortet der 27-jährige bestimmt und ohne zu zögern auf die Frage, was ihm an der Schauspielerei gefalle. Für den Dreh von „Das gewisse Etwas“ verbrachte er rund zehn Wochen am Set im bayerischen Oberammergau. „Auf Kommando abzuliefern“, „Geduld und Konzentration“, nennt Rupp als seine Stärken und Grundvoraussetzungen für den Job. Sein Ziel hat er klar vor Augen: „Ich mache erst einmal die kleinen Schritte – bevor die großen kommen“, er meint damit den Sprung über den großen Teich in die USA.

Mehr als nur ein Hobby

„Das ist harte Arbeit und längst kein Hobby mehr“, bestätigen die Eltern Bettina und Ludger Rupp, die ihren Sohn von Anfang an bei der Schauspielerei unterstützt haben und ihm viele neue Erfahrungen verdanken: Filmaufnahmen, Premieren, Einladungen zu Talkshows. „Simon hat uns Dinge eröffnet, das wäre für uns gar nicht möglich gewesen.“ Solange er das will und er Spaß hat, so lange machen wir das,“ sagt Bettina Rupp. Simon Rupp ist gefragt, sein Typ kommt an. Die richtige Auswahl sei wichtig, „Simon soll in keine Schublade.“

Faible für Tempo und Action

Simon Rupp wurde als Zwilling mit dem Down-Syndrom geboren. Entdeckt von Sven Harjes, Casting Director und Schauspielcoach aus Köln mit dem Schwerpunkt Inklusion, bekommt der damals 21-Jährige neben Wotan Wilke Möhring seine erste Rolle in dem TV-Film „Weil wir Champions sind“; 2022 ist er in dem Action-Film „Blood and Gold“ auf Netflix zu sehen. Es folgen weitere Rollen und Auftritte. Überhaupt: Bewegung scheint Simon Rupps Motto. Seine Vorbilder lieben Tempo und Action: er nennt Vin Diesel, Paul Walker aus „Fast & Furious“. Als Mitglied der DLRG-Behindertensportgruppe Grefrath nimmt er 2023 an den Special Olympics Weltspielen in Berlin teil – und kommt mit einer Bronzemedaille nach Hause.

WG-Leben und Tanz am Wochenende

Wenn er nicht dreht, lebt Rupp in einer 5er-Wohngemeinschaft in Kempen und arbeitet in einer Lebenshilfe-Werkstatt des LVR, der ihn unterstützt. Kontakte zu den KollegInnen vom Set bleiben oft über Drehende hinaus bestehen, auch Freundschaften haben sich entwickelt. Mit Schwimmen und Tanzen lädt Simon Rupp seine Batterien am Wochenende wieder auf – der 27-Jährige bleibt in Bewegung. Spannend, was von ihm noch zu hören und zu sehen sein wird.

Das gewisse Etwas läuft ab 3. September in den Kinos wie z.B. den Kempener Lichtspielen:
kempenerlichtspiele.de (Homepage Kempener Lichtspiele)
kempen.city/kino.html (Infos unter kempen.city)

Text und Fotos: Petra Zahrt, Kempen

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