Eifler Stubs nach
Ur-Opa-Art bei
Bäckerei Hendker

02.06.2025

Krefelder Bäckerei Hendker pflegt Familientradition

Seit Februar auf der Judenstraße, auch mit Klassikern des Vorgängers Weidenfeld

Die Teige sind von Hand, Stütchen und Brote teils nach alten Rezepten gemacht: Seit Ende Februar ist die Bäckerei Hendker auch in Kempen vertreten. Das Familien­unter­nehmen mit ins­ge­samt 14 Filialen blickt auf fast 90 Jahre Firmen­geschichte und hat mit Louisa Hendker die mittler­weile vierte Gene­ra­tion am Start. „Wir achten sehr aufs Handwerk“, sagt die 26-Jährige, die mit Respekt auf den Standort Thomas­stadt schaut: Als Krefelder die Nachfolge der Traditions­bäckerei Weiden­feld anzutreten, sei eine große Ver­ant­wor­tung und Chance: „Wie werden wir auf­ge­nom­men?“, habe sich das Team anfangs oft gefragt, „wir sind immer für jedes Feed­back dankbar.“ Mit Probier­wochen und Verkaufs­aktionen in der Stadt sollen Angebot und Name weiter beworben werden. Nach wie vor ist Vor­gänger Jörg Weiden­feld unter­stüt­zend zur Stelle – z.B. dann, wenn es um bewährte Rezep­turen für Klassiker wie Sechs­korn­brot oder Vanille­stütchen geht – hierzu war er sogar selbst in der Backstube und hat den Krefelder Bäckern die Her­stel­lung der beliebten Teilchen gezeigt.

Rezepte vom Uropa, dazu digitale Warenwirtschaft

„Das Bäckerhandwerk ist eine Heraus­forderung“, so Louisa Hendker und nennt die Arbeits­zeiten einen „Haupt­knackpunkt“. Vier Mitar­beiter gehören zum Team Kempen, insgesamt rund 100 beschäftigt das Unter­nehmen. Gebacken wird in Krefeld, verkauft auf der Juden­straße; gearbeitet wird in der Backstube in zwei Schichten, die erste beginnt um 23 Uhr, die zweite endet um 13:30 Uhr. Auto­ma­ti­sie­rung und Digita­li­sie­rung halten Einzug, die Kasse übernimmt gleich­zeitig die Bestel­lungen; Ausroll­maschinen sei Dank, bleiben Schnecken & Co. bezahlbar – das Nudel­holz kann öfter pausieren. Dennoch: Es gibt viel Hand­arbeit bei Hendker. Das Rezept für den beliebten „Eifler-Stubs“ stammt vom Urgroß­vater, die Süßbrote vom Opa: „Das haben wir nie verändert.“ Die Groß­mutter fährt ab und zu noch die Filialen ab und schaut nach dem Rechten.

Von Berlinern und Weckmännern und Selbstbedienung vor der Bäckerei

Neben traditionellen Erzeug­nissen stehen immer wieder auch neue Krea­tio­nen auf dem Programm. Plunder­teilchen, Knäcke- und Kasten­brot gehören zu den Dauer­brennern, Baguette­brote erleben zur Grill­saison ihre Hoch­zeit. „Berliner, Erd­beeren, Pflaumen, Weck­männer – wir Bäcker teilen das Jahr anders ein“, lacht Louisa Hendker, die zurzeit noch ihr BWL-Studium mit Schwer­punkt Bäckerei­manage­ment absolviert. Die gelernte Bäcker­meisterin hat auch mit dem Auftritt von Hendker in Kempen noch einiges vor: während Tische und Stühle draußen vor dem Geschäft zu einer Kaffee­pause einladen, denkt sie auch über Verän­de­run­gen drinnen nach: „Wir haben das bewusst erst einmal alles bei­be­halten, wie es war, und gehen Schritt für Schritt weiter in die Zukunft.“

Link: kempen.city/details/baeckerei-hendker.html

Text und Fotos: Petra Zahrt, Kempen

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